Dorfkirchen im Elb-Havel-Winkel: Sandau, Vehlgast und Kuhlhausen

Abseits der größeren Ziele wie der Brauerei in Schollene oder des Doms in Havelberg prägen vor allem kleine Dorfkirchen das Bild des Elb-Havel-Winkels. Drei davon, in Sandau, Vehlgast und Kuhlhausen, wurden mit Mitteln aus dem EU-Programm LEADER saniert, über mehrere Förderperioden hinweg zwischen den 1990er- und frühen 2010er-Jahren.

Diese Sanierungen betrafen jeweils unterschiedliche, sehr konkrete bauliche Probleme, vom einsturzgefährdeten Kirchturm bis zu undichten Fenstern, nicht abstrakte „Dorferneuerung“ im Allgemeinen. Die Übersicht der abgeschlossenen LEADER-Projekte auf dieser Dokumentationsseite listet sie unter den jeweiligen Förderperioden auf.

Dieser Beitrag stellt die drei Kirchen und ihre jeweiligen Sanierungsprojekte einzeln vor.

Alle drei Dörfer liegen im Gebiet des ehemaligen Landkreises Havelberg, dem heutigen Elb-Havel-Winkel, und waren damit Teil des Plangebiets, für das die Lokale Aktionsgruppe zwischen den 1990er-Jahren und 2022 zuständig war. Die Sanierungen selbst liegen bereits einige Jahre zurück, die Gebäude stehen jedoch bis heute und werden weiterhin für den Gottesdienst und das örtliche Gemeindeleben genutzt. Für die jeweiligen Dorfgemeinschaften, von denen keine mehr als wenige hundert Mitglieder zählt, blieb die Kirche über all die Jahre meist der einzige größere, historisch bedeutsame Versammlungsort überhaupt. Auch außerhalb des Gottesdienstes dienen solche Gebäude in kleinen Dörfern oft als einziger Ort für größere Zusammenkünfte, von Konzerten bis zu Dorffesten, was ihren Erhalt zusätzlich über die rein religiöse Funktion hinaus rechtfertigt und erklärt, warum die Sanierung solcher Gebäude auch von Bewohnern ohne enge kirchliche Bindung häufig unterstützt wurde.

Sandau: Der Turm der St.-Laurentius-Kirche

In Sandau betraf die umfangreichste der drei Maßnahmen den Turm der St.-Laurentius-Kirche. Über zwei Förderperioden hinweg, zunächst im Rahmen von LEADER+ zwischen 2000 und 2006 mit dem Wiederaufbau des Turms, später in der Förderperiode 2007 bis 2011 mit dem Wiederaufbau der vierten und fünften Etage sowie des Dachstuhls, wurde der Turm schrittweise instand gesetzt.

Diese zweistufige Sanierung über mehr als ein Jahrzehnt zeigt, dass ein solches Bauwerk nicht in einem einzigen Projekt vollständig saniert werden konnte, sondern über mehrere Förderzyklen hinweg Stück für Stück wiederhergestellt wurde, von der tragenden Konstruktion bis zum Dach. Der Name des Turms verweist auf den Heiligen Laurentius, einen in mittelalterlichen Kirchenpatrozinien weit verbreiteten Namensgeber, dessen Verehrung sich in vielen Dörfern Norddeutschlands bis heute in Kirchennamen erhalten hat.

Ein Kirchturm dieser Größe ist technisch deutlich aufwendiger zu sanieren als ein einzelnes Wohngebäude, da jede Zwischendecke und jeder Dachbalken auf das darunterliegende Mauerwerk abgestimmt sein muss. Dass die Sanierung in zwei getrennten, Jahre auseinanderliegenden Förderperioden erfolgte, war damit weniger eine bewusste Entscheidung als eine Folge der verfügbaren Fördermittel zum jeweiligen Zeitpunkt.

Kuhlhausen: Neue Fenster für die Dorfkirche

In Kuhlhausen konzentrierte sich die mit LEADER-Mitteln geförderte Maßnahme in der Förderperiode 2007 bis 2011 auf den Austausch der Kirchenfenster. Im Vergleich zum Turm in Sandau war dies ein kleineres, aber für den Erhalt des Gebäudes ebenso wichtiges Vorhaben: undichte oder beschädigte Fenster können auf Dauer zu Feuchtigkeitsschäden im Inneren einer Kirche führen, die deutlich aufwendiger zu beheben sind als ein rechtzeitiger Austausch.

Für ein kleines Dorf wie Kuhlhausen bedeutete die Förderung damit, ein zentrales Gebäude der Ortsgeschichte zu erhalten, ohne dass die Gemeinde die vollen Kosten allein tragen musste.

Fenster gehören zu den Bauteilen, die bei historischen Kirchen besonders häufig ausgetauscht werden müssen, da sie Wind und Wetter über Jahrzehnte unmittelbar ausgesetzt sind. Ein rechtzeitiger Austausch, wie er in Kuhlhausen umgesetzt wurde, verhindert zugleich Folgeschäden an Mauerwerk und Inneneinrichtung, die bei einem längeren Aufschub deutlich teurer zu beheben gewesen wären. Für eine kleine Gemeinde ohne große eigene Rücklagen war genau dieser vorbeugende Charakter der Maßnahme entscheidend, um größere Folgekosten in den Jahren danach zu vermeiden.

Vehlgast: Sanierung einer kleinen Dorfkirche

Auch die Dorfkirche in Vehlgast wurde mit LEADER-Unterstützung saniert, als Teil der im Archiv für das Jahr 2012 aufgeführten Projekte. Im Vergleich zu Sandau und Kuhlhausen liegen zu diesem Vorhaben weniger Einzelheiten öffentlich vor, die Projektübersicht nennt es schlicht als Sanierungsmaßnahme an der Dorfkirche.

Auch ohne detaillierte bauliche Beschreibung reiht sich Vehlgast damit in ein größeres Muster ein: kleine, namentlich benannte Dorfkirchen, deren Erhalt für die jeweilige Gemeinde eine zu große Aufgabe allein gewesen wäre, aber im Rahmen der regionalen LEADER-Förderung umsetzbar wurde.

Dass gerade für Vehlgast weniger Einzelheiten dokumentiert sind als für Sandau oder Kuhlhausen, ist in der Praxis solcher Fördermaßnahmen nicht ungewöhnlich: Kleinere Vorhaben wurden oft knapper dokumentiert als die größeren, mehrstufigen Projekte, ohne dass das etwas über ihre tatsächliche Bedeutung für das jeweilige Dorf aussagt. Für die Bewohner von Vehlgast selbst dürfte die Sanierung ihrer Kirche kaum weniger bedeutsam gewesen sein als die größeren, besser dokumentierten Vorhaben in Sandau oder Kuhlhausen.

Warum Kirchensanierungen Teil der LEADER-Förderung waren

Dass ausgerechnet Dorfkirchen einen festen Platz unter den LEADER-Projekten des Elb-Havel-Winkels einnehmen, liegt an ihrer Funktion über den rein religiösen Zweck hinaus: Sie sind oft die ältesten noch bestehenden Gebäude eines Dorfes und prägen dessen Ortsbild und Identität stärker als jedes neuere Bauwerk. Ihr Verfall hätte einen sichtbaren und kaum reparierbaren Verlust für die jeweilige Gemeinde bedeutet.

Zusammen mit anderen Vorhaben wie dem Gesundheitszentrum in Klietz oder der Havelhöfe in Garz zeigen die drei Kirchensanierungen, dass sich die Förderung im Elb-Havel-Winkel nicht auf ein einzelnes Themenfeld beschränkte, sondern von touristischer Infrastruktur bis zu historischer Bausubstanz ein breites Spektrum ländlicher Entwicklung abdeckte, wie es auch die Beschreibung der LEADER-Initiative allgemein umreißt.

Die vollständige Liste der geförderten Projekte, einschließlich der drei hier vorgestellten Kirchen, lässt sich in der Übersicht der abgeschlossenen LEADER-Projekte dieser Dokumentationsseite nachvollziehen, zusammen mit weiteren Vorhaben aus mehreren Jahrzehnten regionaler Förderung.

Wer die drei Kirchen besuchen möchte, sollte berücksichtigen, dass es sich um aktive Gemeindekirchen handelt, keine durchgehend geöffneten Museen. Eine vorherige Anfrage bei der jeweiligen Kirchengemeinde oder ein Besuch im Rahmen eines Gottesdienstes ist deshalb meist der verlässlichste Weg, das Innere der Gebäude tatsächlich zu sehen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Kirchen im Elb-Havel-Winkel wurden mit LEADER-Mitteln saniert?

Unter anderem die St.-Laurentius-Kirche in Sandau, die Dorfkirche in Kuhlhausen und die Dorfkirche in Vehlgast.

Was wurde am Turm in Sandau genau gemacht?

Der Turm wurde über zwei Förderperioden hinweg wiederaufgebaut, einschließlich der vierten und fünften Etage sowie des Dachstuhls.

Was wurde in Kuhlhausen saniert?

Die Fenster der Dorfkirche wurden ausgetauscht, um das Gebäude vor Feuchtigkeitsschäden zu schützen.

Warum wurden gerade Kirchen gefördert?

Sie zählen oft zu den ältesten Gebäuden eines Dorfes und prägen dessen Ortsbild, ihr Erhalt wäre für kleine Gemeinden allein oft nicht finanzierbar gewesen.