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Am "Tag des offenen Denkmals" das höchste Storchennest von Sachsen-Anhalt besuchen


Der Aufstieg über 121 Stufen lohnt sich. Oben angekommen wartet ein wunderbarer Ausblick. Aus dem Turm an der Kirche in Sandau kann der Besucher in alle vier Himmelsrichtungen schauen – weit über eine einzigartige Elblandschaft, über die Auen der Havel oder die Kamernschen Berge. Das kleine Städtchen Sandau befindet sich im Norden von Sachsen-Anhalt im Elb-Havel-Winkel. Die Stadtkirche St. Laurentius/St. Nikolaus mit ihrem wuchtigen Turm steht mittendrin und ist von weit her sichtbar. Dabei wurde das bedeutende Backsteingebäude einst zerstört. Ein Bombenangriff im letzten Kriegsjahr ließ im April 1945 nur eine Ruine zurück. 

Nun steht der Turm wieder – und empfängt Gäste von Nah und Fern. Auch am „Tag des offenen Denkmals“, am 11. September, öffnen sich zwischen 10 Uhr  und 16 die Türen. Besucher können sich die aktuelle Ausstellung mit dem Titel "Kunsttherapie  zum Hochwasser  2013" ansehen. Außerdem sind Führungen möglich, es wird Kaffee und Kuchen gereicht. Im gesamten vergangenen Jahr kamen fast 5.000 Gäste an diesen Standort der „Straße der Romanik“. Möglich machten dies der Förderverein und seine unermüdliche Arbeit zum Wiederaufbau des Turms. Seit 20 Jahren kümmert er sich um die Sanierung sowie den Betrieb. Dabei halfen auch Mittel aus dem europäischen Förderprogramm LEADER. 

Bislang wurden rund 1,6 Millionen Euro verbaut. Und das ist dem einmaligen Denkmal auch anzusehen. Der Turm mit seinen fünf Ebenen ist barrierefrei geworden, denn er hat einen Fahrstuhl bekommen. Die Ebenen sind beheizt, es sind Toiletten, eine Küche und Räume für Ausstellungen und Veranstaltungen entstanden. Egal ob Klassentreffen, Workshops oder Hochzeiten – der Turm wird seit seiner Sanierung vielseitig genutzt. „Nicht nur von den Sandauern, sondern von Menschen, die überall her zu uns kommen“, sagt Wolfgang Hellwig. Der 69-Jährige ist bis Anfang dieses Jahres Vorsitzender des Fördervereins gewesen und einer, der wesentlichen Anteil am Wiederaufbau hat. 

„Wir haben es nicht nur geschafft, den Turm wieder aufzubauen, sondern ihn durch seine Mehrzwecknutzung ins gesellschaftliche Leben der Region zu integrieren“, sagt Hellwig. „Und wir haben auf der Turmspitze das höchste Storchennest von Sachsen-Anhalt.“ In den kommenden drei Jahren will der Verein in kleinen Schritten den Wiederaufbau abschließen. Dazu sind unter anderem noch der Einbau von Treppengeländer, Notstromaggregat sowie Schallluken geplant. „Doch schon jetzt ist der Turm an der Sandauer Kirche eines der wichtigsten Denkmale in der Region“, sagt Hellwig. Weitere Informationen im Internet: www.kirchturm-sandau.de/