Kirchturm Sandau

Aufbau des Sandauer Kirchturms geht gut voran

Er ist ein Kraftakt. Seine Mauern sind bis zu zwei Meter dick. Eine Flanke 20 Meter lang. Gemeint ist der Kirchturm in Sandau an der Elbe. Seit nunmehr rund 20 Jahren kümmern sich die Mitglieder des Fördervereins um den Wiederaufbau des weithin sichtbaren Wahrzeichens aus Backstein. Sie kommen ihrem Ziel durch enorme Eigeninitiative und Mitteln aus dem europäischen Förderprogramm LEADER immer näher. Insgesamt wurden bereits etwa 1,6 Millionen Euro in die Sanierung des Bauwerkes gesteckt.

2017 war wieder ein gutes Jahr für den Sandauer Kirchturm und damit für die Stadtkirche St. Laurentius/St. Nikolaus. Nach dem Beschuss durch die Alliierten 1945, bei der unter anderem der wuchtige Westturm stark beschädigt wurde, konnte der Bau nicht wieder komplett restauriert werden. So fristete er jahrelang als Ruine sein Dasein. Das hat sich 1996 geändert, als sich zum Wiederaufbau ein Förderverein gründete. Seitdem geht es jedes Jahr ein Stück voran.

Jährlich rund 28.000 Euro Spenden gesammelt

„Wir konnten auch 2017 jede Menge wichtiger Spenden sammeln“, sagt Wolfgang Hellwig vom Förderverein. Aus ganz Deutschland seien Gelder zur Rettung des Denkmals überwiesen worden, unter anderem aus Hamburg. Hinzu kommen Sammlungen bei Kirchführungen, Ausstellungen und Veranstaltungen, die der Verein im Gebäude organisiert. Durchschnittlich 28.000 Euro jährlich. So stehen auch die nötigen rund 16.000 Euro zur Verfügung, die der Verein als Eigenmittel für die aktuellen Investitionen benötigt.

Derzeit planen die Vereinsmitglieder den bereits zehnten Bauabschnitt. Bis Ende März 2018 soll damit der Turm noch besser für Besucher und Gäste nutzbar gemacht werden. „Unter anderem wollen wir die behindertengerechte Zuwegung zum Westturm neu gestalten“, sagt Wolfgang Hellwig. Außerdem bekomme das Westportal eine neue Tür, bisher verschloss lediglich ein Provisorium den Eingang. An der Treppe werde das bisherige Baugeländer in ein richtiges Geländer getauscht und die Wirtschaftsebene erhalte noch eine Damentoilette sowie eine behindertengerechte Toilette.

Bauabschnitt soll zur neuen Saison fertig sein

Auch auf der Etage ganz oben, der sogenannten Glockenebene werden die Bauarbeiter tätig. Der Turm bekomme die noch fehlenden sechs Schallluken. Laut Hellwig sollen die Arbeiten noch 2017 beginnen und spätestens im März 2018 abgeschlossen sein. „Am 1. April startet unsere Saison“, erklärt das Vereinsmitglied. Dann kämen wieder zahlreiche Touristen auf der Straße der Romanik, an der die Kirche steht, um sich das Denkmal anzusehen. Auch Radler, die den beliebten Elberadweg bereisen, legen gern in Sandau einen Stopp ein, um die mächtige und einzigartige Kirche zu besuchen.

Dabei stoßen die Besucher auf zwei Besonderheiten: Der Sandauer Turm hat einen Personenaufzug und ganz oben befindet sich das höchste Storchennest von Sachsen-Anhalt.

Informationen im Internet: www.kirchturm-sandau.de