Blumenherz in Havelberg

Lieblingsblumen als Touristenattraktion

Der Papst mag weiße Rosen, Rockstar Peter Maffay rote Rosen und Ministerpräsident Reiner Haseloff blaue Novalis-Rosen. Was ist Ihre Lieblingsblume? Mit dieser Frage gingen die Mitglieder des Vereins „Blaue Herzen für Kinderfreundlichkeit“ und das Schüler-Institut für Technik und angewandte Informatik "SITI" auf Prominente zu. Anlass war die Bundesgartenschau 2015 in der Havelregion. Mit den Lieblingsblumen von 26 Persönlichkeiten entstand auf dem Havelberger BUGA-Gelände ein Spalier der besonderen Art.

Da die Idee während der Gartenschau sehr viel Anklang fand und Aufmerksamkeit erregte, soll sie nun in der Hansestadt Havelberg auch danach an einen neuen Standort transportiert werden. Entstehen soll ein gepflanztes Herz mit den Lieblingsblumen Prominenter - etwas Einmaliges in Deutschland. Als Blumenherz für Kinderfreundlichkeit und Weltoffenheit könne das Blumenbeet für Havelberg und der ganzen Elb-Havel-Region zu einem großen Werbefaktor werden, sind sich die Initiatoren Dr. Hannes König und Achim Frey einig. Es gehe um die Schaffung einer touristischen Attraktion im Nachgang der erfolgreichen BUGA 2015.

Mit dem europäischen Förderprogramm LEADER ist für dieses Vorhaben der richtige Partner gefunden worden. Denn nach der BUGA will die Region im Elb-Havel-Winkel die positiven Effekte der Ausstellung mithilfe von Förderungen verstetigen. LEADER-Geld soll gezielt Projekte unterstützen, die nachhaltig für den Tourismus sind. Die BUGA brachte die Region in einer noch nie dagewesenen Weise in die Öffentlichkeit, lockte zahlreiche Touristen an und förderte viele tolle Ideen von Einwohnern. Eine davon ist das Blumenherz.

Für dieses besondere Blumenbeet hat das Havelberger ART-Hotel nun eine Fläche zur Verfügung gestellt. Ein Landschaftsgärtner pflanzte darauf bereits erste Blumen und Sträucher. Auch das zum Herz gehörende Buch soll wieder neben dem Beet stehen. Zur BUGA hatten Jugendliche des Schüler-Instituts umklappbare Schautafeln angefertigt, auf denen sich die Besucher bildlich, textlich und mittels QR-Code über die Prominenten und ihre Lieblingsblumen informieren konnten. „Im Projekt werden durch uns nochmal die Buchseiten überarbeitet“, sagt König.

Der Start der neuen Touristenattraktion ist natürlich in der warmen Jahreszeit geplant. Dann, wenn alles grün ist und die Lieblingsblumen blühen. Mitte 2017 soll es soweit sein. „Dann laden wir die Prominenten ein, deren Lieblingsblumen schon auf dem Beet vertreten sind“, sagt Frey und verrät auch, dass sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff als Schirmherr des Projektes zur Verfügung gestellt hat.

In Zukunft wollen die Initiatoren noch weitere Persönlichkeiten nach ihren Lieblingsblumen befragen und sie dazu gewinnen, diese für "Kinderfreundlichkeit & Weltoffenheit“ in Havelberg zu pflanzen. Auch der Liedermacher Rolf Zuckowski soll zum zweiten Mal innerhalb seiner Tournee "40 Jahre Vogelhochzeit" in die Inselstadt kommen. Er hat bereits zur BUGA 2015 seine Lieblingsblume, eine Sonnenblume, in Havelberg gepflanzt. Das Blumenherz hat das Zeug dazu, zu einem wirklichen Touristenmagneten an der Havel zu werden.

 Mehr Informationen: www.blaue-herzen.de und www.siti.de  

Drei Fragen an…

…die Initiatoren des Projektes Blumenherz, Dr. Hannes König und Achim Frey

 Wie kamen Sie auf die Idee zum Projekt?

Achim Frey: Zur Bundesgartenschau 2015 haben der Verein „Blaue Herzen“ und das Schüler-Institut SITI von 26 Prominenten die Lieblingsblumen ermittelt und gepflanzt. Zusätzlich wurde dazu ein wetterfestes Buch mit Bildern und Informationen gebaut und aufgestellt. Die Buchseiten wurden mit QR-Codes versehen, um weitere Informationen zu den Persönlichkeiten zu erhalten. Diese Idee kam so gut bei den Besuchern an, dass wir sie jetzt in Havelberg als Touristenattraktion weiterführen wollen.

Was haben Sie bisher Besonderes bei der Umsetzung des Projektes erlebt?

Frey: Wir haben durch das Projekt Kontakte zu Prominenten in persönlichen Gesprächen bekommen. Außerdem war und ist das positive Feedback der Besucher sehr schön.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Projektes?

Hannes König: Wir wünschen uns weitere interessante Begegnungen und damit verbunden viele Auftritte für unseren kleinen Roboter SIT, der von Schülern für die Begrüßung von Prominenten programmiert wurde und wird. Wir hoffen, dass man über das Blumenherz spricht. Das es sich herumspricht und damit unsere Region bekannter und interessanter wird für Touristen und Politiker. Dazu bedarf es in Zukunft weiterhin einer guten Zusammenarbeit mit Übernachtungsdienstleistern und der Tourist-Information Havelberg und eines besseren Online-Marketings.