Ärtzehaus Schollene

Vom Leerstand zur Praxis für den Landarzt

Seit Jahren wird im ländlichen Raum der Ärzte-Mangel immer größer. Besonders der dünn besiedelte Norden von Sachsen-Anhalt hat mit diesem Problem zu kämpfen. Damit verlängern sich für die Patienten die Wege zum Arzt und Wartezeiten auf Termine. Ein wesentlicher Nachteil für das Leben auf dem Land. Die Verantwortlichen im Haveldorf Schollene nehmen das allerdings nicht einfach so hin. Die Kommune schaffte ab 2014 gute Arbeitsbedingungen für einen Hausarzt. Diese sollen sich nun mithilfe einer LEADER-Förderung noch weiter verbessern. Das Konzept kann schon jetzt als Erfolg gewertet werden.

Nachdem die letzten Schüler das Gebäude der ehemaligen Schule verlassen haben, stand es leer. Mitten im Ort drohte ein historisch bedeutsames Haus ungenutzt zu verfallen. Die Idee: Das Haus retten und gleichzeitig etwas für die Daseinsvorsorge der Einwohner tun. Die Kommune begann damit, die ehemalige Schule umzubauen. Aus ihr ist ein Multifunktionsgebäude geworden – mit Räumen für eine Arztpraxis im Erdgeschoss sowie für eine Bibliothek und Mediathek unter dem Dach. In der Praxis ist bereits ein Allgemeinmediziner eingezogen, die Bibliothek erfreut sich reger Beliebtheit.

Gerade in Zeiten des demographischen Wandels sei es wichtig, eine nahe medizinische Versorgung sicherzustellen. Da der Mangel an Ärzten im ländlichen Raum immer gravierender wird, ist es umso wichtiger für bestehende Einrichtungen die optimalen Bedingungen zu schaffen. Mittels eines LEADER-Projektes entstanden rund um das Gebäude mehrere neue Parkplätze sowie Grünanlagen. Bislang fehlten vor allem für die Patienten ausreichend Stellflächen für Autos. Und neue Grünanlagen sollen das Umfeld des Gebäudes verbessern und damit auch das Erscheinungsbild des Ortes verschönern. Dann konnten mithilfe des Geldes von der Europäischen Union gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Zum einen haben sich durch einem Arzt in der eigenen Gemeinde die Lebensbedingungen der Einwohner aus Schollene verbessert. Zum anderen konnte die Kommune mit einer nachhaltigen Nutzung ein historisches Haus retteten.