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Garz – Ein Dorf mit Zukunft

Stendal, den 24.10.2014 - Die Mitglieder der LAG "Im Gebiet zwischen Elbe und Havel" besichtigten am 21.10.2014 LEADER-Projekte im Havelberger Ortsteil Garz. Anhand der Beispiele wurde ersichtlich, was LEADER für den ländlichen Raum bewirken kann.

Die Lokale Aktionsgruppe "Im Gebiet zwischen Elbe und Havel" kann auf eine erfolgreiche dritte LEADER-Förderperiode zurückblicken. Seit 2008 sind 38 Vorhaben durch das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) Altmark bewilligt worden. Die Fördermittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) betragen über 3 Mio. Euro. Mit fast 200 Euro bewilligten EU-Fördermitteln pro Einwohner gehört die LAG zu den erfolgreichsten der 23 Leader-Aktionsgruppen im Land.
In der auslaufenden Förderperiode konnten auf diese Weise durch die LAG zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht werden, die nachhaltig positive Effekte auf die touristische Entwicklung im Elb-Havel-Winkel haben. Dazu zählen vor allem auch mehrere Projekte in Garz, über deren Umsetzung sich LAG-Mitglieder um den Vorsitzenden Gerhard Faller-Walzer am 21.10.2014 vor Ort ein Bild machten. Ganz aktuell wird in dem idyllischen Ort, der jüngst den zweiten Platz im landkreisweiten Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" errungen hat, die Dorfkirche umfassend saniert. Gemeindekirchenratsmitglied Wilhelm Schröder und Planer Stefan Tietke erläuterten den Leader-Akteuren die umfangreichen Maßnahmen, bei der u.a. tragende Fachwerkhölzer ersetzt werden müssen, damit die Statik des Gotteshauses langfristig gesichert werden kann. Aufgrund des hohen Schadbestandes werden sich die Sanierungsarbeiten bis mindestens Mitte 2015 hinziehen.
Abgeschlossen sind hingegen die Baumaßnahmen auf den Havelhöfen, der zweiten Station der LEADER-Projektbesichtigung in Garz. Ortsbürgermeisterin Astrid Braunsdorf und Joachim Klose führten durch Ferienwohnungen und Veranstaltungsräume, für die alte Ställe denkmalgerecht umgenutzt worden sind. Besonders gut angenommen wird die Radlerpension mit einfach gehaltenen Zimmern für müde Pedalritter des Havelradweges. Insgesamt konnten auf den Havelhöfen fünf Arbeitsplätze geschaffen werden, was ein Zeichen dafür ist, dass mit Hilfe des EU-Programms LEADER die wirtschaftliche Situation im ländlichen Raum positiv entwickelt werden kann. Trotz dieser Effekte wurde von Seiten der Projektträger auch Kritik an den teilweise komplizierten Förderbedingungen gerade für Private und Ehrenamtliche geäußert. Hier hoffen die LEADER-Verantwortlichen auf Verbesserungen in der neuen Förderperiode bis 2020, für die sich die LAG bewerben möchte, wie Björn Gäde vom LEADER-Management und LAG-Vorsitzender Gerhard Faller-Walzer betonten.
Den Abschluss fand die Besichtigungstour an der Frau-Harke-Wegmarke am Ortsausgang. Günther Klam vom KulTourverein "Elb-Havel-Winkel", Initiator des Projektes, erläuterte die Ausgestaltung der individuell angefertigten Sitzgruppe, an der Radler und Wanderer eine Rast einlegen können. Insgesamt zehn solcher Wegemarken sind über LEADER bereits entstanden, darunter in Klietz, Schollene und Sandau. Im nächsten Jahr sollen weitere zehn an wichtigen touristischen Punkten in der Region dazu kommen.
Insgesamt zeigte sich am Beispiel von Garz, dass es an innovativen Projekten und tollen Ideen im Elb-Havel-Winkel nicht mangelt. Darauf soll aufgebaut werden, um vom Land 2015 wieder als LEADER-Region anerkannt zu werden.